Hallo zusammen,
wenn man auf diversen Druckseiten, wie z.B. Thingiverse, sucht, dann findet man mittlerweile zahlreiche 3D Druck Modelle von Kleinteilen für den X1/9. (sh. z.B. https://www.thingiverse.com/search?q=X1%2F9&page=1 ).
Habt Ihr auch schon erfolgreich gedruckt, habt Ihr teilweise Teile modifiziert, welche Materialien, etc. verwendet Ihr? Musstet Ihr die Teile nachbearbeiten, habt Ihr ggf. sogar gespachtelt/lackiert? Wie sehen die Langzeiterfahrungen aus?
Mich würden insbesondere auch Druckteile im Motorraum interessieren. Die Temperaturen sind da ja schon recht hoch. Funktionieren da z.B. ASA oder ABS-Druck-Teile?
Sollen wir für sowas zukünftig eine eigene Rubrik führen?
Auf Eure konstruktiven Vorschläge/Beiträge freue ich mich.
- Holgi -
Ersatzteile aus 3D-Druck für X1/9
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Re: Ersatzteile aus 3D-Druck für X1/9
Autoteile lasse ich jeweils aus PA12 auf einem HP MJF "Drucken".
Meiner Erfahrung nach, sind die Kunststoffe welche man in den kleinen Filamentdruckern verarbeiten kann (PLA, PETG etc.), allesamt ungeeignet für diese Anwendungen. Einerseits sind diese weniger temperaturbeständig, anderseits ist ein 1zu1 Nachbau auch in der Festigkeit gegenüber einem Spritzgussteil unterlegen, selbst wenn dieses aus dem selben Material gefertigt wurde, da die einzelnen Fäden meist eher mit einer Kaltverschweissung zusammenkleben. Die Thermoplaste im Motorraum sind üblicherweise aus Polyamid 6, 6.6 (Teile im Motorraum und aussen am Motor) oder 4.6(Teile im Motor selbst) gefertigt. PA12 ist zwar nicht ganz so temperaturbeständig wie diese Polyamide, dürfte aber für Teile im Motorraum noch gerade so ausreichen. Es ist bis ca. 80°C Formbeständig, darüber beginnt es unter statischer Krafteinwirkung zu "kriechen". Ab ca. 140°C wird es weich und ab 180°C beginnt es zu schmelzen. Die machanische Festigkeit liegt etwa gleichauf mit einem unverfüllten Polyamid-spritzgussteil und wird erheblich höher sein, als Teile aus einem Filamentdrucker.
Bei meinem X habe ich etwas grössere Nabendeckel so Drucken lassen, da ich "Kleeblattfelgen" von einem anderen Fiat verbaut habe, welche ein grösseres Nabenloch aufweisen. Aus meiner Sicht sieht auch die Oberfläche viel besser aus als die von einem Filamentdruckteil. Diese ist leicht "körnig" und sieht fast identisch aus, wie die Oberfläche von den Spritzgussteilen welche man am X und vielen anderen Kunststoffteilen aus den 1970er-1990er Jahren findet (sind diese Teile so, da die Spritzgussformen so grob funkenerodiert wurden?).
Meine Felgen werden bei zügiger Passfahrt meist so warm, dass man diese nicht mehr von Hand anfassen kann, trotzdem haben die Deckel jetzt schon mehrere 10000km gehalten. SOOOOOO teuer waren diese auch nicht, ich glaube diese haben damals etwa 8 Euro pro Stück gekostet (ohne Versand). oben Originalteil unten vergrösserte Kopie
Meiner Erfahrung nach, sind die Kunststoffe welche man in den kleinen Filamentdruckern verarbeiten kann (PLA, PETG etc.), allesamt ungeeignet für diese Anwendungen. Einerseits sind diese weniger temperaturbeständig, anderseits ist ein 1zu1 Nachbau auch in der Festigkeit gegenüber einem Spritzgussteil unterlegen, selbst wenn dieses aus dem selben Material gefertigt wurde, da die einzelnen Fäden meist eher mit einer Kaltverschweissung zusammenkleben. Die Thermoplaste im Motorraum sind üblicherweise aus Polyamid 6, 6.6 (Teile im Motorraum und aussen am Motor) oder 4.6(Teile im Motor selbst) gefertigt. PA12 ist zwar nicht ganz so temperaturbeständig wie diese Polyamide, dürfte aber für Teile im Motorraum noch gerade so ausreichen. Es ist bis ca. 80°C Formbeständig, darüber beginnt es unter statischer Krafteinwirkung zu "kriechen". Ab ca. 140°C wird es weich und ab 180°C beginnt es zu schmelzen. Die machanische Festigkeit liegt etwa gleichauf mit einem unverfüllten Polyamid-spritzgussteil und wird erheblich höher sein, als Teile aus einem Filamentdrucker.
Bei meinem X habe ich etwas grössere Nabendeckel so Drucken lassen, da ich "Kleeblattfelgen" von einem anderen Fiat verbaut habe, welche ein grösseres Nabenloch aufweisen. Aus meiner Sicht sieht auch die Oberfläche viel besser aus als die von einem Filamentdruckteil. Diese ist leicht "körnig" und sieht fast identisch aus, wie die Oberfläche von den Spritzgussteilen welche man am X und vielen anderen Kunststoffteilen aus den 1970er-1990er Jahren findet (sind diese Teile so, da die Spritzgussformen so grob funkenerodiert wurden?).
Meine Felgen werden bei zügiger Passfahrt meist so warm, dass man diese nicht mehr von Hand anfassen kann, trotzdem haben die Deckel jetzt schon mehrere 10000km gehalten. SOOOOOO teuer waren diese auch nicht, ich glaube diese haben damals etwa 8 Euro pro Stück gekostet (ohne Versand). oben Originalteil unten vergrösserte Kopie
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Re: Ersatzteile aus 3D-Druck für X1/9
Ich musste jetzt erst mal nachlesen, was MJF überhaupt für ein Druckverfahren ist. Hast Du da Erfahrung mit externen Dienstleistern? Ich habe mich jetzt erst mal in den Druck von ASA eingearbeitet und dafür an meinem Drucker eine Bauraumheizung konstruiert. Damit habe ich selbst in der Schichtebene ziemlich gute Festigkeiten erreicht.
Allerdings gibt es Teile, wo ich mir vorstellen könnte, die extern drucken zu lassen, weil sich ohne eine massive Umkonstruktion keine gute Druckrichtung finden lässt (elastische Eigenschaften wichtig).
Gibt es aus Deiner Sicht beim HP MJF Vorteile gegenüber SLS?
Allerdings gibt es Teile, wo ich mir vorstellen könnte, die extern drucken zu lassen, weil sich ohne eine massive Umkonstruktion keine gute Druckrichtung finden lässt (elastische Eigenschaften wichtig).
Gibt es aus Deiner Sicht beim HP MJF Vorteile gegenüber SLS?
Bertone X1/9